Solidaritätskundgebung für Dimitris Koufontinas am Freitag

Internationaler Tag der Solidarität mit dem Hungerstreik von Dimitris Koufontinas

Wieder nimmt der griechische Staat den kommunistischen Revolutionär Dimitris Koufontinas ins Visier. D. Koufontinas ist Mitglied der revolutionären Organisation 17. November, einer Organisation, welche gegen den griechischen, US-amerikanischen, türkischen und britischen Staat kämpfte und dabei hauptsächlich auf den Imperialismus zielte.

Unter Anwendung eines erst kürzlich eingeführten Gesetzes, welches die Rechte von Gefangenen in den landwirtschaftlichen Gefängnissen* einschränkt und Gefangene mit lebenslanger Haftstrafe für diese Art Gefängnis sperrt, wurde Dimitris Koufontinas ohne Ankündigung aus dem landwirtschaftlichen Gefängnis, in dem er bisher seine Strafe verbüßte, entführt.

Anstatt ihn erst in das Gefängnis Korydallos (Hochsicherheitsgefängnis in Athen) zu verlegen, wie vom neuen Gesetz vorgesehen, wurde er unter dem gleichen Gesetz vom griechischen Staat auf Anordnung der Sekretärin für Kriminalitätsbekämpfung, welche selbst überhaupt nicht das Recht für so eine Entscheidung hat, ohne Ankündigung in das Gefängnis Domokos entführt. Domokos ist ein Hochsicherheitsgefängnis der sogenannten Klasse C, in welchem nach dem „Antiterror“-Gesetz verurteilte Gefangene ihre Strafe absitzen. Die Klasse C ist der Typ Gefängnis, der nach vielen Kämpfen eigentlich abgeschafft wurde.

Mit der Forderung nach Verlegung in das Gefängnis Korydallos entschloss sich Dimitris Koufontinas wieder einmal Widerstand in Form eines Hungerstreiks zu leisten, welchen er am 8. Januar begann.

Während der griechische Staat immer autoritärer wird, Bullen in die Universitäten drängen, weitere Freiheiten jeder Person welche in diesem Land lebt oder aktiv ist eingeschränkt werden, ist das Leben für die Gefangenen sogar noch unerträglicher.

Im Fall des kommunistischen Revolutionärs Dimitris Koufontinas entfaltet der griechische Staat deutlich erkennbar seine rachsüchtigen Strategien gegen einen ideologisch und praktisch unbeirrbaren, reuelosen Revolutionär. Nach 18 Jahren Inhaftierung in den Zellen der bürgerlichen Demokratie ist Dimitris Koufontinas immer noch Teil der Bewegung – inspirierend und kämpfend gegen die Unterdrücker und die Ausbeuter dieser Welt. Und er ist nie alleine. Außer ihm waren noch zwei anarchistische Gefangene im Hungerstreik – Nikos Maziotis, Mitglied des anarchistisch revolutionären Kampfes, und Giannis Dimitrakis, Hungerstreikender vom 16. Januar bis zum 04. Februar. Noch zwei weitere politische Häftlinge – Vagelis Stathopoulos und Polykarpos Georgiadis – befanden sich fünf Tage in einem symbolischen Hungerstreik.

Im Zuge der Pandemie zeigen alle Staaten weltweit ihre höchste Form von Autorität, und, dass Profit an erster Stelle steht. Lockdowns, omnipräsente Polizei, prekäre Arbeitsverhältnisse und rassistische Bedingungen sind bloß ein paar Beispiele ihrer politischen Strategien. Mit der Unterdrückung der Gesellschaft leiden die Unsichtbaren dieser Welt um so mehr – in überfüllten Knästen, unter prekären Gesundheitsbedingungen, konfrontiert mit Isolation und Entfremdung. In diesen Momenten ist unsere Solidarität wichtiger denn je. Durch dezentrale Aktionen, Kundgebungen und in kollektiven Momenten zeigen wir unsere Solidarität mit Dimitris Koufontinas – und allen, die von Repression betroffen sind.

Deswegen reagieren wir auf den internationalen Aufruf

Wir rufen auf zu einer Kundgebung am Freitag den 12. Februar um 12:30 Uhr, vor dem griechischen Konsulat, Mohrenstraße 17, U-Bhf Stadtmitte.

Wir wollen zeigen, dass Solidarität grenzenlos und niemand alleine in den Händen des Staates ist.

SOLIDARITÄT MIT DIMITRIS KOUFONTINAS, HUNGERSTREIKENDER SEIT DEM 8. JANUAR.

BIS ALLE FREI SIND, SIND WIR ALLE GEFANGENE

* Landwirtschaftliche Gefängnisse sind sog. „Farm-Gefängnisse“, in denen die Gefangenen tagsüber unter relativ lockerer Bewachung auf Feldern arbeiten. Hierher werden Gefangene verlegt, bei denen Flucht nicht zu befürchten ist bzw. die nur noch einen relativ geringen Teil ihrer Strafe abzusitzen haben.

Quelle Indymedia