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Über den Knast hinaus

Unsere Genossin Gülaferit Ü. wurde am 4. Januar dieses Jahres aus der Haft entlassen, nachdem sie auf Grundlage des §129b zu 6 Jahren und 6 Monaten Freiheitsentzug verurteilt wurde. Ihr wurde die vermeintliche Mitgliedschaft in der DHKP-C, einer kommunistischen und türkischen

Organisation vorgeworfen. Ihre Freilassung ist zwar eine gute Nachricht, doch hört die staatliche Repression nicht an den Toren der JVA Lichtenberg auf. Das Kammergericht verordnete eine fünf Jahre andauernde Führungsaufsicht, welche ihre Rechte einschränken.

Da Gülaferit keine deutsche Staatsbürgerin ist, erfährt sie zusätzliche Einschränkungen durch das rassistische und selektive europäische Grenzregime. Die Berliner Ausländerbehörde betrachtet sich als nicht zuständig und hat ihre Akte wiederholt an anderen Bundesländer weitergeleitet. Hier wird die Schnittelle beider Repressionsorgane deutlich. Zum einen fantasiert das Berliner Kammergericht eine „anhaltende Terrorgefahr" herbei, wenn Gülaferit in Berlin bleibe. Zum
Anderen ordnete die deutsche Migrationsbehörde eine Verlegung und Isolation in einer ländlichen Region an. Zusätzlich sorgte die Berliner Ausländerbehörde dafür, dass Gülaferit Krankenversicherung und sonstige Leistungszahlungen aufgehoben wurden. Bis jetzt hat sie auch keinen gültigen Ausweis oder Aufenthalt erhalten.

Gülaferits Situation ist ein Produkt der europäischen Abschottungspolitik, ihrer Praxen und deutscher Außenpolitik. Um Ausbeutung und die nationalen wirtschaftlichen Interessen weiter
ungebremst zu verfolgen, unterstützt Deutschland Erdoğans repressive und tödliche Politik gegen die kurdische und türkische Linke. Im Gegenzug zur Verwahrung von Geflüchteten in der Türkei, kriminalisieren und inhaftieren die deutschen Behörden und Institutionen stellvertretend
linke Organisationen und Aktivist*innen aus der Türkei und Kurdistan.

Wir unterstützen Gülaferits Forderungen nach einem menschenwürdigem und abgesichertem Leben und der sofortigen Aufhebung der Repressionen, sei es durch das Kammergericht oder der Ausländerbehörde.

Außerdem fordern wir die allgemeine Beendigung der Kriminalisierung linker türkischer und kurdischer Organisationen in Deutschland.

Razzia bei kurdischen Vereinen – BRD-Justiz behindert HDP-Wahlkampfhilfe

Heute wurden in Berlin Einrichtungen des Demokratischen Gesellschaftszentrums der Kurdinnen und Kurden (Nav-Dem) sowie des kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit (Civaka Azad) inklusive Privatwohnungen von der Polizei durchsucht. Durch diese Maßnahme wird die Kriminalisierungswelle gegen die kurdische Bevölkerung und ihre Vertreter*innen nahtlos fortgesetzt. Beide betroffenen Einrichtungen rufen die in der BRD lebende Bevölkerung mit türkischem Pass aktiv zur Wahl der Demokratischen Partei der Völker (HDP) auf und unterstützen den Wahlkampf der Partei.

Hierzu erklärt Heiko Lange, Mitglied im Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V.:
„Die heutigen Razzien bei kurdischen Vereinen in Berlin sind nichts anderes als eine faktische Wahlkampfhilfe für das Erdogan-Regime in der Türkei, um eine Wiederwahl bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 24. Juni zu sichern. Durch diesen Repressionsschlag soll der Wiedereinzug der HDP in das türkische Parlament aktiv behindert werden. Diese plurale linke und demokratische Partei ist das stärkste Gegengewicht gegen das autokratische Erdogan-Regime. Der HDP-Präsidentschaftskandidat Selahattin Demirtas wird skandalöserweise seit November 2015 wie so viele andere linke Aktivst*innen unter fadenscheinigen Gründen als ‚Terrorist‘ in Untersuchungshaft gehalten. Noch deutlicher geht es nicht. Wir rufen alle fortschrittlichen Kräfte zum Protest und zur Solidarität auf.“

10.05.2018, Großdemonstration: NEIN! zum Polizeiaufgabengesetz Bayern

https://no-pag.de/

Die CSU kennt in Überwachung der Bürgerinnen und Bürger kein Halten mehr! Besonders hart sind die geplanten Verschärfungen in Bayern und hören sich an wie aus einem Gruselkabinett. Da bleibt von der selbsternannten Demokratie und Freiheit bald gar nichts mehr. Die Polizei wird praktisch weitgehend mit Geheimdienst-Befugnissen ausgestattet. Es ist von der CSU geplant, diese Gesetzesänderungen so schnell wie möglich durchzupeitschen, bevor diese in der Öffentlichkeit erörtert werden können! 10.05.2018, Großdemonstration: NEIN! zum Polizeiaufgabengesetz Bayern weiterlesen

Anlauf- & Kontaktort – united we stand (Berlin)

Im Rahmen der Repression um den G20-Gipfel in Hamburg sind viele von Verfahren und Prozessen betroffen. Um dem nicht vereinzelt entgegen zu stehen, wollen wir uns gerne austauschen darüber, was das mit uns macht und was wir dagegen machen können.
Ein mal im Monat gibt es einen Ort an dem Betroffene, Unterstützer*innen, Soligruppen oder Einzelpersonen sich dazu treffen können. Dabei sehen wir uns nicht in der Aufgabe von EA und Rote Hilfe, wir können und wollen deren Arbeit nicht ersetzen, insbesondere keine rechtlichen Tipps für einzelne Betroffene geben.
Wir arbeiten mit anderen Antirepressionsstrukturen zusammen und öffnen einen Ort zum Vernetzen.

https://unitedwestand.blackblogs.org

Jeden letzten Donnerstag im Monat // 18:00 – 20:00 Café Morgenrot // hintere Tische // Kastanienallee 85

Alerta, Alerta Antifascista!

Falls ihr nicht auf unserer Demo seid oder kommen wollt/könnt:

Am nächsten Wochenende wollen Nazis in Potsdam eine Solidaritätskundgebung für einen wegen antisemitischer Beleidigungen verurteilten Neonazi durchführen. Das Datum, das sie sich dafür ausgesucht haben, ist der 18. März, der Tag der politischen Gefangenen. Dies ist nur ein weiterer, wenn auch besonders dummer Versuch von (Neo-)faschistInnen, sich Daten und Symbole linker Bewegungen anzueignen. Alerta, Alerta Antifascista! weiterlesen